Eine Idee macht Schule!

Ein „Kind“ des ersten begehbaren ökologischen Fußabdrucks im Nationalpark Gesäuse bekam vergangene Woche in Berlin den Deutschen Klimapreis verliehen.

2014 befand sich Tamara Höcherl, Lehrerin des St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries, Bayern, auf einer Fahrradtour durch den Nationalpark Gesäuse – und war wie verzaubert von der Idee des begehbaren ökologischen Fußabdrucks und dessen origineller Botschaft für einen nachhaltigen Lebenswandel und einen bewussteren Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen unserer Erde. „Dieses Projekt würde doch auch gut zu unserer Schule in Bayern passen!“ dachte sie sich und machte sich mit Unterstützung des Nationalparks Gesäuse und tatkräftiger Hilfe zweier engagierter Seminargruppen ans Werk. Die Schülerinnen des Mädchengymnasiums planten und realisierten einen Ökologie-Lehrpfad in Form eines Heckenirrgartens, der den Umriss eines ca. 50 x 20 Meter großen Fußabdrucks hat. Die Wege darin verlaufen zwischen mannshohen Hainbuchenhecken. Zwei Jahre später, und nach Bewältigung einer Vielzahl an Herausforderungen, konnte schließlich im Herbst 2016 der erste „deutsche“ begehbare Fußabdruck seine Eröffnung feiern! Er steht auf dem Gelände einer Jugendsiedlung und Umweltbildungsstätte, die den Irrgarten in ihr Programm aufnimmt und sich auch um die Pflege kümmert. Und stets wird auch auf das 2große Vorbild“ im Nationalpark Gesäuse Bezug genommen, was natürlich besonders erfreulich ist!

Die große Mühe hat sich gelohnt, denn an deutschen Schulen steht der Klimaschutz immer noch ganz oben auf der Agenda. Dies belegt der Deutsche Klimapreis der Allianz Umweltstiftung, der am 22. Mai in Berlin bereits zum neunten Mal verliehen wurde. 145 Schülerteams mit insgesamt über 4.000 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland hatten sich mit unterschiedlichsten Projekten und Aktivitäten um die fünf mit jeweils 10.000 Euro dotierten Haupt- und 15 Anerkennungspreise zu je 1.000 Euro beworben.

„Wir waren wieder einmal sehr beeindruckt von den zahlreichen kreativen Aktivitäten zum Klimaschutz“, erklärte Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, „mir scheint, als wäre dieses wichtige Thema im Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler weit stärker verankert, als in weiten Teilen der Bevölkerung.“ Die Hauptpreisträger – darunter der „Ökologische Fußabdruck des St.–Ursula-Gymnasiums Lenggries, wurden von einer unabhängigen Fachjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Bundesregierung, gekürt. Im mit fast 400 Gästen gefüllten Allianz Forum am Pariser Platz, direkt neben dem Brandenburger Tor, überreichten Dr. Klaus Wehmeier, Kuratoriumsvorsitzender der Allianz Umweltstiftung, Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau und Dr. Karl Eugen Huthmacher aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung den fünf Hauptpreisträgern ihre Auszeichnungen.

Der Nationalpark Gesäuse ist über die Preisverleihung natürlich besonders stolz: „Immerhin steht die Idee, die Bevölkerung auf die prekäre Umwelt-Situation unseres Planeten aufmerksam zu machen, und dabei dennoch humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger das relevante Wissen darüber zu transportieren im Mittelpunkt!“ so Martin Hartmann, verantwortlicher Fachbereichsleiter im Nationalpark Gesäuse und „Erfinder“ des begehbaren ökologischen Fußabdrucks. „ Dass dabei „unser Fußabdruck“ bereits einige „Nachkommen“ erhalten hat, ist ein Umstand, der uns natürlich ganz besonders freut und der aufzeigt, wie sehr die aktuellen Herausforderungen die Menschen bewegt und der Wunsch nach klimaverantwortlicher Politik gegeben ist!“

Weitere Information:
Förderprojekte in ganz Deutschland
Mit dem Deutschen Klimapreis zeichnet die Allianz Umweltstiftung seit 2009 das aktive Klimaschutz-Engagement von Schulen aus. Er wird jährlich verliehen und soll Schüler wie Lehrer dazu motivieren, sich mit dem wichtigen Thema „Klimaschutz“ auseinanderzusetzen. Der Deutsche Klimapreis der Allianz Umweltstiftung besteht aus fünf gleichwertigen Auszeichnungen, die mit jeweils 10.000 Euro dotiert sind. Zusätzlich erhalten alle weiteren Beiträge, die es unter die Top 20 schaffen, einen Anerkennungspreis von jeweils 1.000 Euro.

Die gemeinnützige Allianz Umweltstiftung hat seit ihrer Gründung 1990 mehr als 65 Millionen Euro für ihre Förderzwecke ausgegeben. Sie engagiert sich in Städten und ländlichen Regionen, fördert Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Klimaschutz sowie Aktivitäten zur Vermittlung von Umweltwissen.

https://umweltstiftung.allianz.de/projekte/umwelt-klimaschutz/klimapreis/2017/

Deutscher Klimapreis Verleihung © Allianz Umweltstiftung
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