Klima und Wetter im Gesäuse

Die gesamten Nördlichen Kalkalpen zählen zum Nordstaugebiet. Das heißt: Wolken aus dem Norden stauen sich an dieser Gebirgskette und es kommt zum Abregnen der feuchten Luftmassen. Das Gesäuse steht, wie der gesamte Westen und Norden Österreichs, unter Einfluss des feuchtgemäßigten, mitteleuropäisch-ozeanischen Klimas. Dieses wird geprägt durch die vorherrschenden Westwinde, die Niederschlagsfronten vom Atlantik herantragen.
Die gesamten Nördlichen Kalkalpen zählen zum Nordstaugebiet. Das heißt: Wolken aus dem Norden stauen sich an dieser Gebirgskette und es kommt zum Abregnen der feuchten Luftmassen.

Rund die Hälfte aller Niederschläge in Österreich fällt entlang dieser relativ schmalen Prallhang-Zone, die durch das gesamte Bundesgebiet von West nach Ost zieht.

Niederschlag

Für die Witterung sind häufige und teilweise auch anhaltende Niederschlagsperioden mit beachtlichen Wassermengen (1200 bis über 2500 mm pro Jahr) charakteristisch. Im Vergleich dazu bewegen sich die Niederschlagswerte der Landeshauptstadt Graz um 818 mm und die der Bundeshauptstadt Wien um 548 mm. Die Niederschlagsmenge nimmt mit der Seehöhe zu. Jahreszeitlich fallen die meisten Niederschläge im Sommer.

Von großer Bedeutung aufgrund ihrer Katastrophenwirkung sind die Starkregenereignisse, vor allem im Zuge von Gewitterregen, die Muren und Geschiebelawinen auslösen können. Solche Einzelereignisse können im Extremfall binnen einer Stunde bis zu 70 Liter Wasser pro Quadratmeter über die Landschaft schütten.

Daneben findet sich ein kleines Niederschlagsmaximum im Winter, welches zum Teil beträchtliche Schneemengen mit sich bringt und dann rasch zu großer Lawinengefahr im Gesäuse führt.

Schönwetter

Häufiges Schönwetter garantieren vor allem Wetterlagen mit südlicher Strömung. Dabei sind im Winter Föhnperioden häufig, die warme Tauwetterperioden einleiten. Föhnstürme hinterlassen oft ausgedehnte Windwurfflächen im Waldgebiet.

Der Spätsommer und Herbst zählen durch den Rückgang der Nordstaulagen zu den schönsten und stabilsten Perioden im Jahr. Doch auch im Winter kann es oft länger anhaltendes Hochdruckwetter geben. Dabei kommt es oft zur Bildung von Inversion. Es ergibt sich eine Umkehrung der Temperaturwerte und in abgeschlossenen Tal- und Kessellagen bilden sich Kaltluftseen aus.

Lokale Unterschiede

Es gibt regionale und lokale Unterschiede - sowohl bei Häufigkeit und Menge der Niederschläge, als auch bei den mittleren Temperaturwerten und der Anzahl der Schönwettertage.

Im Ennstal und den Bereichen südlich davon macht sich zum Teil die abschirmende Wirkung der nördlichen Gesäuseberge bemerkbar. So sind die regionalen Niederschlagszentren eher im Buchsteinmassiv und um den Tamischbachturm zu finden.

Im Admonter Talboden haben wir eine mittlere Niederschlagsmenge von 1400 mm im Jahr und im Winter liegt oft Nebel in diesem Kaltluftsee. In Hieflau werden im Schnitt 1567 mm gemessen, obwohl der Ort wesentlich tiefer liegt. Im zentralen Bereich um Gstatterboden macht sich die abschirmende Wirkung der umgebenden Buchsteingruppe mit weniger Niederschlag bemerkbar. Da die Gesäuseschlucht gut durchlüftet ist, lösen sich die Talnebel hier meist rasch auf (Niederschlagswerte: ZAMG Klimadaten Österreich 1971-2000).

Zu den Wetterstationen des Gesäuses